Denkort Martinstift Sohland

Im Jahr 1934 wurden die männlichen Bewohner mit Behinderung vom Martinstift in Sohland im Bezirkskrankenhaus Ebersbach zwangssterilisiert.
1940-1941 wurde insgesamt über 90 Bewohner durch die Aktion T4 umgebracht. Der Großteil der Bewohner wurde über die Landesanstalt Großschweidnitz in die damalige Heil-und Pflegeanstalt Pirna Sonnenstein gebracht und dort ermordet. Die letzten 10 Bewohner wurden in der Einrichtung vergiftet und auf dem Sohländer Friedhof begraben.
Am 20.04.2001 findet eine Gedenkveranstaltung mit Einweihung des Gedenksteines an die Opfer des Nationalsozialismus im Martinstift statt.
„Auch unser Verein will an dieses furchtbare Geschehen vor 60 Jahren erinnern.
Wir haben lange darüber nachgedacht, wie dies geschehen soll und sind auf diesen
Feldstein hier gekommen, der bei Schachtarbeiten auf unserem Hof nach
Jahrtausende von Jahren an das Tageslicht kam. Roh und unbehauen, Lausitzer
Granit und dazu eine kleine schlichte diesmal von Menschenhand geschliffene Tafel
mit einem Riss und einem Kreuz. Der Riss steht für die Schuld die Menschen auf sich
laden. Wir heute genauso wie damals. Wir wollen nicht verurteilen, keiner weiß, wie
er in der damaligen Situation gehandelt hätte. Aber wir wollen gerade heute an
diesem Tag, der von manchen immer noch als Geburtstag Adolf Hitlers begangen
wird, an die Schuld erinnern, die Menschen auf sich laden können.“*
* aus der Rede des Vorstandes zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 60. Wiederkehr der Ermordung der Bewohner des Martinstift 1940/1941

