Martinstift Sohland/Reichbach
Am 04. 03. 1878 wurde auf Anregung des Amtshauptmanns von Bautzen, unter der Mitwirkung des Sohländer Rittergutsbesitzers Martini und des Ortspfarrers Reinhardt, ein Verein zur Betreuung von geistig behinderten Menschen gegründet. Die Grundsteinlegung für das heutige Hauptgebäude war im September 1884. Im Jahr 1898 entsteht das Turmhaus als Knabenhaus. Bis zu 96 Heimbewohner fanden dort ihre Heimat.
Dann kam die furchtbare Zeit des Nationalsozialismus. Die behinderten Heimbewohner wurden bis auf wenige Ausnahmen auf Grund der Theorie vom " lebensunwerten Leben " in die Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein verlegt und dort umgebracht.
Anfang 1948 erhielt die Innere Mission das Haus zurück und ältere Menschen, darunter viele Umsiedler fanden hier eine neue Heimat. Seit 1972 wurde der Heimbetrieb wieder auf die Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung umgestellt.
Im Jahr 1991 erfolgte eine Neugründung des Vereins und die Rückübertragung der Gebäude. Die Stadt Reichenbach bot die Übernahme des kommunalen Altenpflegeheimes an. Die Häuser wurden aufwendig modernisiert und nach neuen Anforderungen umgebaut. Neben dem Altenpflegeheim eröffnete ein ambulanter Betreuungsdienst und eine Tagespflege.
2003 wird der Verein Martinstift e.V. aufgelöst und der Besitz in die Stiftung Diakonie Görlitz überführt.

