Oberlausitzer Synodaldiakonie - Salem Görlitz
„Die Not hat Salem geboren, die Liebe hat es gebaut und die Gnade hat es gekrönt.“
Im Jahr 1899 schlossen sich mehrere Kirchenkreise – Synodalbezirke – zur „Schlesischen Synodaldiakonie“ zusammen. Damit wurde eine enge Verbindung der Diakonie und der Kirchgemeinden angestrebt. Einer von fünf Synodalbezirken in Schlesien war der Oberlausitzer Bezirk mit dem Mutterhaus Salem in Klein-Biesnitz bei Görlitz.
Zeitweise lebten bis zu 160 Diakonissen im Mutterhaus Salem. Daneben wurden zwei weitere Häuser für das Säuglingsheim und das Altenheim unter dem Namen „Gottessegen“ errichtet. An der Schönbergerstraße konnte eine Villa als Wohnstätte und Pfarrhaus erworben werden.
Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus kamen auf die Schwestern der Oberlausitzer Synodaldiakonie schwere Zeiten zu. Es galt den Verein vor drohender Enteignung und Eingliederung in staatliche Neuorganisationen zu bewahren. Im Jahr 1940 beantragten die Schwestern die Aufnahme in den Kaiserswerther Verband.
Nach Beendigung des 2. Weltkriegs kamen Diakonissen aus ganz Schlesien, die bis 1947 ihre Mutterhäuser verlassen mussten, nach Salem.
Mit der Gründung der DDR veränderten sich die Bedingungen für die Schwestern. Die verbliebenen Schwestern übernahmen die Ausbildung von jungen Mädchen in vordiakonischen Kursen zur Vorbereitung auf eine Ausbildung als Kindergärtnerin, Katechetin, Gemeindehelferin oder Krankenschwester. Mit dem Lebensbild einer Diakonisse konnten sich immer weniger junge Frauen identifizieren, so dass kaum noch neue Diakonissen in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Die noch aktiven Diakonissen und diakonischen Schwestern sorgten dafür, dass Salem ein Ort der diakonischen Dienstgemeinschaft blieb.
Mit der politischen Wende 1990 sah sich Salem neuen Herausforderungen gegenüber. Mit seiner Arbeit geriet die Einrichtung plötzlich ins Spannungsfeld zwischen Auftrag und Marktwirtschaft. Die bestehenden Häuser wurden ausgebaut und modernisiert. 1993 schlossen sich die Häuser Salem und das Altenpflegeheim Luisenstift zum „Diakoniewerk Salem e.V.“ zusammen. Die „Oberlausitzer Synodaldiakonie“ war Geschichte geworden.
Die bestehenden Häuser wurden ausgebaut und modernisiert. Neben dem Alten- und Pflegeheim entstanden die Heilpädagogische Tagesstätte, eine Ergotherapie, eine Physiotherapie und die ambulante sowie die mobile Frühförder- und Beratungsstelle. Das Luisenstift wurde ebenfalls saniert und an moderne Wohnbedingungen angepasst. Vorgesehen waren auch ambulante Betreuungsmöglichkeiten für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung.
* Zusammengestellt aus „Dienet dem Herrn mit Freuden – Salem gestern und heute“; Festschrift 100 Jahre Diakonie in Salem; Pfarrer Weidauer, Prof. Störmer, Vorsteher Hollatz; 2000